Das war die DDR

Aufgaben und Gliederung der Kampfgruppen der Arbeiterklasse

Nach Unterlagen und Lehrinhalten der Militärakademie Friedrich Engels waren die Bezirkskampfkräfte im Einsatzfall für die eigenständige Eingliederung in die Strukturen der NVA als reguläre Gefechtseinheiten vorgesehen. 1970 nahmen daher auch Kampfgruppeneinheiten an Manövern der NVA teil.

Ihre operativen Aufgaben erhielten sie von der Bezirkseinsatzleitung (Chef: 1. Sekretär der SED-Bezirksleitung, Stabschef: Leiter Wehrbezirkskommando NVA, weitere Mitglieder unter anderem Chef der Bezirksbehörde der Volkspolizei). Formell blieben sie aber der Abteilung Sicherheit im Zentralkomitee der SED direkt unterstellt.

Die Kreiskampfkräfte waren gemeinsam mit den Kasernierten Einheiten des Ministeriums des Innern (MdI) (unter anderem VP-Bereitschaften) vorgesehen für die Bekämpfung bewaffneter subversiver Kräfte innerhalb der DDR. Sie waren aufgrund wechselnder Aufgabenzuteilung vielfältigen Organisationsänderungen unterworfen. Die Kreiskampfkräfte und die Sicherungseinheiten des kreislichen Territoriums wurde analog wie beim Bezirk genannt, von der Kreiseinsatzleitung geleitet.

Bei den Kampfgruppen wurde zwischen Kampf- und Sicherungskräften unterschieden. 1980 waren ca. 78.500 Kämpfer bei den motorisierten Kampfkräften und ca. 106.500 Kämpfer bei den Sicherungskräften, zuzüglich der Reserve war eine Gesamtstärke von etwa 210.000 Kämpfern theoretisch verfügbar. Sie hatten unterschiedliche operativ-taktische Aufgaben und dementsprechend auch andere Ausbildungsinhalte. Die Reserve der Einheiten sollte 10 % der Struktur betragen und deren Kämpfer sollten bei Ausfall der Strukturkräfte einspringen (z. B. längere Krankheit oder auswärtige Beschäftigung). Frauen wurden als Sanitäterinnen und in der Versorgung eingesetzt.

Die selbstständigen Hundertschaften bestanden aus vier Zügen, drei Schützen- und einem Fla-MG-Zug, sowie dem Innendienstleitertrupp (z. B. Sanitäter, Funker, Versorger, Waffenwart). Die Züge bestanden aus jeweils drei Gruppen. Die selbstständigen Züge der Sicherungskräfte bestanden aus drei Schützen- und einer Fla-MG-Gruppe, sowie dem Innendienstleitertrupp. Jede Schützengruppe hatte je einen LMG- und einen Panzerbüchsenschützen.

Hinsichtlich der Anleitung waren die Bataillone und Hundertschaften den Abteilungen Kampfgruppen bei den Volkspolizei-Bezirksbehörden (BDVP) und -Kreisämtern (VPKA) zugeordnet. Bis 1962 erfolgte an der VP-Schule in Biesenthal bei Berlin die Ausbildung und Schulung der Kommandeure der Kampfgruppenbataillonen und danach für Innendienstleiter und Spezialkräfte aller Einheiten. Außerdem gab es seit 1957 die Zentralschule für Kampfgruppen (ZSfK) Ernst Thälmann in Schmerwitz für Kommandeure und Stellvertreter südwestlich von Berlin bei Wiesenburg/Mark und seit 1974 die Kampfgruppenschule Ernst Schneller in Gera für Zug- und Gruppenführer. An der ZSfK Schmerwitz wurden seit 1984 auch Miliz-Kommandeure aus befreundeten Ländern Afrikas (Angola, Mosambik usw.) ausgebildet.

Kampfgruppenformationen wurden neben den Kräften der Zivilverteidigung der DDR auch eingesetzt bei Katastrophen und Havarien.

Quelle Wikipedia

Seite 331 von 353

Hier geht's zum Podcast "Eliten in der DDR" bei MDR.DE