Das war die DDR

Chronik 1990 - Wiedervereinigung

1990
5. JanuarDas Oberste Gericht der DDR hebt die Urteile gegen Walter Janka, Gustav Just, Heinz Zöger und Richard Wolf auf.
11. JanuarHans Modrow bietet den Parteien der Opposition eine Mitarbeit an.
15. JanuarDemonstranten stürmen die Stasi-Zentrale in Ostberlin. Es entstehen Gerüchte, dass die Aktion vom Geheimdienst selbst inszeniert worden sei, um das entstehende Chaos dazu zu nutzen, Akten zu vernichten und aus dem Haus zu schaffen.
22. JanuarRücktritt der Finanzministerin Uta Nickel.
25. JanuarEs wird volle Gewerbefreiheit eingeführt.
4. FebruarDie SED-PDS gibt den Namensbestandteil SED auf.
5. FebruarRegierung der nationalen Verantwortung: Acht Vertreter des Zentralen Runden Tisches (Tatjana Böhm, Rainer Eppelmann, Sebastian Pflugbeil, Matthias Platzeck, Gerd Poppe, Walter Romberg, Klaus Schlüter und Wolfgang Ullmann) treten in die Regierung Hans Modrows ein.
10. FebruarMichail Gorbatschow wiederholt seine Einwilligung zur deutschen Wiedervereinigung gegenüber Helmut Kohl.
20. FebruarDie Volkskammer verabschiedet ein neues Wahlgesetz. Sie ermöglicht damit die ersten freien Wahlen zu einem Parlament in der DDR.
17. MärzDer Runde Tisch lehnt eine Übernahme des Grundgesetzes ab und fordert eine neue Verfassung für Gesamtdeutschland.
18. MärzDie Wahlen zur Volkskammer der DDR gewinnt überraschend die "Allianz für Deutschland", ein Drei-Parteien-Bündnis, bestehend aus CDU (40,8 % der Stimmen), Demokratischem Aufbruch und Deutscher Sozialer Union (DSU) (insgesamt 48,1 %). Die SPD erhält 21,9 % der Stimmen, die PDS 16,3 %.
5. AprilSabine Bergmann-Pohl (CDU) wird Volkskammerpräsidentin und damit letztes Staatsoberhaupt der DDR.
12. AprilLothar de Maizière (CDU) wird Ministerpräsident und bildet eine große Koalition aus mehreren Parteien.
5. MaiIn Bonn beginnen die "Zwei-plus-vier-Gespräche" zwischen den Außenministern der Bundesrepublik, der DDR und der ehemaligen Besatzungsmächte (USA, Großbritannien, Frankreich, Sowjetunion). Im Zentrum dieser Gespräche stehen die außenpolitischen Aspekte der deutschen Einheit.
6. MaiEs finden Kommunalwahlen statt.
18. MaiIn Bonn wird ein Staatsvertrag zur Währungs-, Wirtschafts- und Sozialunion der Bundesrepublik und der DDR unterzeichnet.
21. JuniDie Volkskammer der DDR und der deutsche Bundestag verabschieden den Staatsvertrag.
1. JuliDie Währungs-, Wirtschafts- und Sozialunion tritt in Kraft. Die D-Mark wird gesetzliches Zahlungsmittel auch in der DDR.
22. JuliMit dem Ländereinführungsgesetz werden nach fast 38 Jahren die 14 Bezirke mit Wirkung vom 14. Oktober 1990 wieder in die fünf Länder Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen umgewandelt.
22. AugustDie Stromverträge zur Privatisierung der Energiewirtschaft der DDR werden unterzeichnet.
23. AugustDie Volkskammer der DDR votiert für den Beitritt der DDR zur Bundesrepublik Deutschland.
12. SeptemberDer Zwei-plus-Vier-Vertrag zwischen der DDR, Bundesrepublik, UdSSR, den USA, Frankreich und Großbritannien wird unterzeichnet.
13. SeptemberDie Bundesrepublik und die UdSSR unterzeichnen einen Zusammenarbeits- und Nichtangriffsvertrag. Für den Abzug der Sowjetarmee aus der DDR bis 1994 erhält die UdSSR 13 Milliarden DM (6,6 Milliarden Euro).
25. SeptemberDie DDR verlässt den Warschauer Pakt.
2. OktoberLetzte Volkskammersitzung im Staatsratsgebäude
2. OktoberEingliederung der NVA in die Bundeswehr.
2. OktoberDie Vier Besatzungsmächte geben um 24:00 Uhr ihre Vorbehaltsrechte an die Bundesrepublik ab.
3. OktoberDie Länder der Deutschen Demokratischen Republik treten der Bundesrepublik Deutschland nach Artikel 23 des Grundgesetzes bei. Der "Tag der Deutschen Einheit" wird später zum Nationalfeiertag des vereinigten Deutschland erklärt. Die DDR hört um 0 Uhr, als Völkerrechtssubjekt, auf zu existieren.

Quelle Wikipedia

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