Das war die DDR

Organisation des Widerstandes in der DDR

Eine Reihe von Organisationen des Widerstandes gegen die Systeme der SBZ und DDR bildete sich Ende der 40er Jahre. Neben spontan gegründeten Gruppen, teils in lockeren Zusammenschlüssen, beispielsweise der Belter-Gruppe, existierten auch große, gut organisierte Widerstandsgruppen. Beispiele sind hierfür in erster Linie die Ost-Büros der demokratischen Parteien der Bundesrepublik Deutschland und des DGB.

1950 wurden in Weimar von einem sowjetischen Militärtribunal drei Mitglieder einer Widerstandsgruppe zum Tode verurteilt und hingerichtet. Mitglieder aus diesem Kreis hatten Flugzettel verteilt und in offizielle Radioübertragungen hineingefunkt.

Immer wieder entstanden neue kritische Gruppen. Beispielsweise 1980 in Dresden der Soziale Friedensdienst (SoFd), 1981 die Initiativgruppe des Aufrufs zum 13. Februar 1982, 1985 in Berlin die Initiative Frieden und Menschenrechte (IFM), in Leipzig 1986 die Arbeitsgruppe Menschenrechte (Christoph Wonneberger, Steffen Gresch, Oliver Kloss u. a.) und 1987 der Arbeitskreis Gerechtigkeit Leipzig (Thomas Rudolph, Rainer Müller u. a.), woraus wiederum der DDR-weite Leipziger Sonnabendskreis hervorging.

Als "DDR-Oppositionsliteratur" bekannt wurden der Roman Flugasche von Monika Maron, der 1981 in Westdeutschland erschien, sowie Schwarzenberg (1984) von Stefan Heym, der 1988 in Westdeutschland verfilmt wurde; ebenso das politische Essay Die Alternative (1978) von Rudolf Bahro sowie der Erzählband Die wunderbaren Jahre von Reiner Kunze, den 1979 der Bayerische Rundfunk verfilmte.

Das Neue Forum wurde in der heißen Phase der friedlichen Revolution 1989 die bekannteste alternative Parteigründung, konnte sich langfristig jedoch nicht durchsetzen. Solche zivilgesellschaftlichen Gruppen verloren nach dem Sturz des SED-Regimes im vereinten Deutschland wieder an Bedeutung.

Durch die staatliche Zensur der Medien war eine herkömmliche Veröffentlichung nicht möglich. Jedoch waren Autoren, z. B. Sascha Anderson, an oppositionellen Publikationen beteiligt, die gleichzeitig als inoffizielle Mitarbeiter des Ministeriums für Staatssicherheit arbeiteten.

Eine der wesentlichsten Publikationen des politischen Samisdat in der späten DDR waren die Umweltblätter, herausgegeben von der Umwelt-Bibliothek der Berliner Zionskirchgemeinde. Im Herbst 1989 wurden diese in die Zeitschrift Telegraph umbenannt. Die Samaritergemeinde verbreitete mit "Wendezeit", "Schalom" und "Wegzehrung" Samisdat der Friedrichshainer Friedens-, Menschenrechts- und Bürgerbewegung unter Rainer Eppelmann und Thomas Welz. Als Samisdat werden von Autoren selbst herausgegebene Publikationen, die aufgrund ihres Inhaltes und der Stellung des Autors zum politischen System nicht gedruckt werden durften, bezeichnet.

Quelle Wikipedia

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