Das war die DDR

Wirtschaftspolitik 1961 - 1970

In den 1960er Jahren zwangen eine Wirtschaftskrise und Diskussionen in der Sowjetunion die SED, ihre Wirtschaftspolitik zu ändern. Das "Neue Ökonomische System der Planung und Leitung der Volkswirtschaft" (NÖSPL) wurde eingeführt. Es ermöglichte den Vereinigungen der Volkseigenen Betriebe (VVB) - vergleichbar den späteren Kombinaten - eine größere Selbstverwaltung und räumte den Arbeitern eine "Arbeitermitverantwortung" ein, um Leistungsreserven zu erhöhen und Initiativen zu wecken.

Durch eine Selbstständigkeit der einzelnen Volkseigenen Betriebe (VEB) in der Material- und Kreditbeschaffung, bei Aktivitäten im Außen- und Binnenhandel und größere Vollmachten bei der Preis- und Absatzgestaltung wollte sie das System flexibler gestalten. Der Lebensstandard stieg daraufhin an, der Abstand zur Bundesrepublik blieb bestehen.

1966 ging das Kernkraftwerk Rheinsberg (70 MW) als erstes Kernkraftwerk der DDR ans Netz.

Als sich ein erster Mangel an Devisen aus dem "Nichtsozialistischen Wirtschaftsgebiet" (NSW) bemerkbar machte, wurde 1962 die Intershop-Handelsorganisation gegründet. In diesen Geschäften konnten nur Ausländer mit Devisen bezahlen, dafür konnten diese allerdings Produkte kaufen, die es für die offizielle Währung Mark der DDR gar nicht oder nur in minderer Qualität zu kaufen gab. Insgesamt waren die Artikel deutlich günstiger als vergleichbare Produkte in Westdeutschland.

Da die Devisenknappheit weiter zunahm, baute Alexander Schalck-Golodkowski ab 1964 die Abteilung "Kommerzielle Koordinierung" (KoKo) innerhalb des Ministeriums für Außenhandel auf, die mit allen legalen und häufig auch illegalen Methoden zusätzliche Devisen beschaffen und bestehende Embargos gegen die DDR umgehen sollte.

Quelle Wikipedia

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