Das war die DDR

Rechtsextremismus 1981 - 1990

Die DDR hatte 1968 im Artikel 6 ihrer Verfassung erklärt, "auf ihrem Gebiet den deutschen Militarismus und Nazismus ausgerottet" zu haben. Bis zum Beginn der 1980er Jahre gab es in der DDR keine offen auftretende rechtsextreme Szene. Die ersten Skinheads waren nur schwach untereinander organisiert. Das änderte sich etwa 1983, als rechte Gruppen junger Menschen regelmäßig Fußballspiele aufmischten. Neben den offen brutal auftretenden Skinheads bildete sich eine äußerlich unauffällige, viel besser organisierte Gruppe von "Faschos", die die eigentliche neofaschistische Ideologie in der DDR transportierten.

Beide Ausprägungen bezogen ihre Identität aus dem Prinzip der Gewalt und einer überlegenen Herrenrasse, lehnten die DDR und Bundesrepublik ab, verbreiteten Hassparolen gegen Linke, Ausländer und Juden und diffamierten diese öffentlich. Es bestanden Verbindungen zur rechten Szene und zur NPD in der Bundesrepublik. Die DDR-Führung war auf die neue Rechte nicht vorbereitet und stempelte größere Ausschreitungen als Werk des "kapitalistischen Westens" ab. Die Justiz wendete den für viele rechte Straftaten greifenden § 220 StGB ("Öffentliche Herabwürdigung der staatlichen Ordnung") nur selten an. In den für die sozialistische Schulung der Jugend zuständigen Ordnungsgruppen der FDJ fanden sich viele Sympathisanten mit dem rechten Gedankengut. Zudem wuchs der Rückhalt in der Bevölkerung. In der Wendezeit und den Jahren danach trat die Gewalt noch offener zutage.

Quelle Wikipedia

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